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Polystyrol mit altem Flammschutzmittel HBCD wird als nicht gefährlicher Abfall eingestuft!

Hintergrund: Im Oktober 2016 waren XPS- und EPS-Dämmplatten, die HBCD enthalten, wegen europäischer Vorgaben als gefährlicher Abfall eingestuft worden.

Sie durften deshalb nicht mehr zusammen mit anderem Bauschutt, sondern nur mit Sondergenehmigung verbrannt werden. Seitdem geriet die Entsorgung erheblich ins Stocken, da viele Müllverbrennungsanlagen die erforderliche Sondergenehmigung nicht besaßen. Dies verursachte Engpässe bei der Entsorgung.

Einigung zwischen Bund und Ländern
Auf Anregung des Bundesrates wurde die Einstufung von HBCD als gefährlicher Abfall Ende Dezember 2016 befristet für ein Jahr ausgesetzt, um den akuten Entsorgungsengpass zu lindern. Wir berichteten 12/2016 „Entspannung bei der Entsorgung HBCD-haltiger Dämmstoffe“.

Bundesrat vereinfacht Entsorgung von Abfällen aus verbauten Dämmplatten mit HBCD
Inzwischen haben sich die Fachgremien von Bund und Ländern auf rechtskonforme und bundeseinheitliche Entsorgungsvorschriften geeinigt. Die Entsorgung von XPS- und EPS-Dämmplatten entspricht wieder dem Stand vor Oktober 2016. Die damaligen Abfallschlüsselnummer treten wieder in Kraft. Abfallschlüsselnummer 17 06 04 Dämmstoffe und Alt WDVS 17 09 04 gemischten Bau- und Abbruchabfälle.

Der Bundesrat stimmte am 7. Juli 2017 einer entsprechenden Verordnung der Bundesregierung zu. Die Verordnung tritt am 01.08.2017 in Kraft. Wärmedämmplatten mit dem Brandschutzmittel Hexabromcyclododecan (HBCD) werden wieder als ungefährlicher Abfall eingestuft und brauchen keine Sondergenehmigung für die Entsorgung. Um die vollständige thermische Verwertung sicherzustellen, wird ein Nachweißverfahren zur Sammelentsorgung eingeführt:

Praxistipp
Für saubere und sortenreine Dämmstoffreste ist weiterhin die Rückholung des Materials über die Entsorgungssäcke möglich.

 

 

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